Regentanzen

Der Zug, der 400 Jahre in die Vergangenheit reiste

Eine alte Legende aus Italien erzählt von einem Zug, der spurlos verschwand – Ist er durch Raum und Zeit gereist?

Am 14. Juni 1911 trat der, zur Zanetti Railway Company gehörende, Zug seine Jungfernfahrt an. Das Luxusgefährt war für die gehobenere Klasse von Italien gebaut worden. Die geplante Route führte durch eine malerische Landschaft und durch den längsten Tunnel, den es zu der Zeit in Europa gab, in den Bergen der Lombardei. Der Geschichte nach verlief der erste Teil der Reise reibungslos. Die Passagiere müssen von dem exzellenten Service und von dem Erlebnis an sich begeistert gewesen sein. Seltsam wurde es erst, als die Tunnelfahrt durch die Berge anstand.

Der Zug fuhr in den Tunnel ein, kam jedoch nie heraus. Die wartenden Schaulustigen an der Tunnelausfahrt waren merklich enttäuscht, dass der Zug nicht kam und irgendwann verloren sie die Geduld. Die anwesenden Reporter malten sich Szenarien aus, wie eine Panne oder ein Unfall innerhalb des Tunnels. Ein Suchtrupp, beauftragt von den Verantwortlichen, durchkämmte den Tunnel vom Anfang bis zum Ende ohne auch nur eine Spur des Zuges, der Passagiere oder der Besatzung zu finden. Zeugen bestätigten, dass der Zug den Tunnel nie verlassen hatte.

Ermittlungen

Die Behörden bestanden darauf, dass es unmöglich war, dass ein kompletter Zug innerhalb eines Berges verschwand. Ein zweiter Suchtrupp wurde in den Tunnel geschickt und man fand zwei verwunderte Passagiere mit leichten Verletzungen, die im Tunnel umher wanderten.

Die Wiedergefundenen erklärten, sie seien panisch vom Zug gesprungen, nachdem kurz vor der Einfahrt in den Tunnel ein lautes Summen erklang und danach ein seltsamer Nebel den Zug erfasste. Panik breitete sich unter den Passagieren aus, doch nur diese beiden hatten den Mut abzuspringen, was auch die leichten Verletzungen erklärt.

Bei den Ermittlungen stieß man auf alte Geschichten, die vermeintliche Erklärungen liefern könnten. Eine der ältesten Geschichten wurde von einem Mönch in Modena, vor etwa 400 Jahren, niedergeschrieben. Er berichtet von einer großen Metallröhre, die aus dem Nichts erschienen war und viele Menchen in seltsamer Kleidung enthielt.

Kein Einzelfall

Im Jahr 1845 behandelte ein Arzt in Mexiko 104 Italiener in seltsamer Kleidung, die alle hysterisch waren und behaupteten aus Rom und per Zug angekommen zu sein. Einer der Menschen hatte eine Schachtel Zigaretten mit dem Herstellungsjahr 1907 dabei.

Ein weiterer Bericht aus dem Jahr 1955 beschreibt die Ankunft eines Zuges auf der Zavalichi-Route in der Ukraine. Ein Arbeiter behauptete der Zug erschien aus dem Nichts und überfuhr einige Hühner. Einwohner der Stadt Pune in Indien erzählten im Jahr 1955 von einem Zug voller altmodisch gekleideter Menchen. 1991 erschien der Zug in Poltava in der Ukraine.

Es gibt noch mehr Berichte, die das Erscheinen des Zuges belegen, unter Anderem in Rumänien, Russland und Deutschland. Eine Gemeinsamkeit der Berichte ist, dass der zug oft nichtmal auf den Schienen erscheint, sondern einfach irgendwo.

Unheklärte Fragen

Kann es sein, das ein Zug verschwindet und in verschiedenen Zeitepochen an verschiedenen Orten auftaucht? Sind die Passagiere gefangen in einer Raum-Zeit-Schleife, auf der Suche nach ihrer eigenen Welt, ihrer Realität?

Dies ist nicht die einzige Geschichte, die von unfreiwilligen Raum- oder Zeitreisen erzählt. Vielleicht gibt es unkontrollierbare und zufällig auftretende Portale in andere Zeiten, zu anderen Orten oder in andere Dimensionen. Wenn Einstein recht hat und Hawking nicht falsch lag, dann existieren Wurmlöcher, im Großen wie im Kleinen, doch wo und wann sie auftreten und wo sie hinführen ist uns nicht bekannt. Hoffen wir, dass die Passagiere des Zuges am Ende nicht auf der Venus oder im Vakuum des Weltalls landen.

Quelle: Infinityexplorers

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