Regentanzen

Jacinda Ardern

Jacinda Ardern

Die Neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern war bei uns eher unbekannt, bis sie zeigte, wie man mit einer Pandemie fertig wird.

Im Februar 2020 wurde der erste Coronafall in Neuseeland gemeldet. Im März verhängte die amtierende Premierministerin bereits die höchste Stufe des kurzerhand eingeführten Coronawarnsystems. Es folgte ein gnadenloser Lockdown, inklusive der Schließung der Grenzen. Bereits im April galt Neuseeland als das Land mit den wenigsten Coronafällen und Coronatoten. Im Mai war die Zahl der Neuinfizierten auf Null gesunken und im Juni kehrte man zum Normalzustand zurück, mit Ausnahme der strengen Einreisebeschränkungen.

So läuft es, wenn man eine Regierungschefin hat, die konsequent und kompetent auftritt und sich nicht davor scheut Entscheidungen zu treffen.

In Neuseeland war Frau Ardern zu dieser Zeit bereits sehr beliebt. Ihr Einsatz für die indigene Bevölkerung, gegen die Kinderarmut und ihr Verhalten nach einem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch brachten ihr die Sympathie des Volkes ein. Somit war es selbstverständlich, dass 97% der Bevölkerung angaben, sich an den kommenden Lockdown halten zu wollen.

Eine zweite Welle im August wurde gleichermaßen konsequent abgewehrt. Seit Oktober 2020 dürfen in Neuseeland wieder tausende Menschen im Stadion ihre Mannschaften anfeuern.

Wer ist Jacinda Ardern?

Jacinda Ardern ist die Vorsitzende der New Zealand Labour Party und amtierende Premierministerin von Neuseeland. Bei der Wahl im Oktober 2020 wurde sie mit großer Mehrheit wieder gewählt und bleibt vorerst für weitere drei Jahre im Amt.

Als junge Mutter, die Ihr Kind während Ihrer Amtsperiode bekam, gilt sie als Vorbild für das Bild der berufstätigen Mutter und trifft damit einen Nerv ihres Volkes, der schon länger pulsiert. Im September 2018 begeisterte sie die UNO in New York, indem sie mit ihrem drei Monate alten Baby bei einem UNO-Treffen eintraf.

Obwohl sie nicht alle Wahlversprechen so einhalten konnte, wie geplant, erfreut sie sich großer Beliebtheit, auch wegen Ihrem Verhalten nach dem Terroranschlag. Sie sieht Neuseeland als ein Land der Diversität mit seinen 200 Ethnien und 160 Sprachen und lässt diese Ideologie nicht von Extremisten zunichte machen. Den Namen des Täters nennt sie niemals, um seinem Wunsch nach Publicity nicht nachzukommen. Eine Grundsatzrede vor dem Parlament begann sie mit dem islamischen Gruß “Salam Alaikum” und auf der Trauerfeier bei den Angehörigen der Opfer erschien sie mit Kopftuch, um Solidarität zu zeigen und umarmte sie, ganz ohne Berührungsängste.

Sie setzt sich für eine mulitlaterale Politik und für Klimaaschutz ein, holt die Opposition mit ins Boot, obwohl sie nicht müsste und kämpft für die Belange des Volkes.

“Amerika verdient eine politische Führung, die so gut ist wie Jacinda Ardern”

New York Times

Wir ergänzen:

Auch Deutschland könnte eine solche politische Führung gebrauchen


Quellen und weitere Infos:

Titelfoto: Governor-General of New Zealand, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons



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